Auf Windows Dateifreigaben kann man durch Angabe von UNC Pfaden zugreifen. Diese haben das Format: \\Server\Freigabe\Pfad\zu\einer\Datei.txt. In IPv6 fähigen Netzen könnte der ein oder andere auf die Idee kommen, auf eine Freigabe unter Angabe der IPv6 Adresse eines Servers zuzugreifen.

Zur Veranschaulichung nehmen wir einen Dateiserver mit folgenden Eigenschaften an:

IPv4 Adresse: 192.168.0.42
IPv6 Adresse: fd00:1337::42
Name der Freigabe: public

Man kann auf diese Freigabe mittels der IPv4 Adresse des Dateiservers zugreifen: \\192.168.0.42\public. Versucht man aber den Server via IPv6 anzusprechen, z.B. \\fd00:1337::42\public oder mittels der Schreibweise in eckigen Klammern \\[fd00:1337::42]\public, so erhält man die Fehlermeldung: „Auf \\fd00:1337::42\public konnte nicht zugegriffen werden.“ (Fehlercode 0x80070043: Der Netzwerkname wurde nicht gefunden).

IPv6 Adresse in UNC Pfad-kompatiblen Hostnamen umwandeln

Der Grund dafür ist, dass in UNC Pfaden keine Doppelpunkte vorkommen dürfen. Um trotzdem IPv6 Adressen nutzen zu können müssen sie in einen Pseudo-Hostnamen umgewandelt werden. Dafür hatte Microsoft bis 2014 die Second-Level Domain „ipv6-literal.net“ registriert (die Methode funktioniert aber immer noch).

Um eine IPv6 Adresse umzuwandeln geht man wie folgt vor:

  1. Doppelpunkte durch Bindestriche ersetzen
  2. Domain „.ipv6-literal.net“ anhängen

Zum Beispiel wird so aus fd00:1337::42 die Adresse fd00-1337--42.ipv6-literal.net. Der UNC Pfad muss demnach wie folgt lauten: \\fd00-1337--42.ipv6-literal.net\public.

Mit der folgenden Methode gebildeten FQDNs werden nicht vom Windows DNS Client aufgelöst. Sie lassen sich auch für andere Zwecke, wie bspw. zum Anpingen eines Servers, nutzen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass das Ganze nur auf Windows basierenden Betriebssystemen funktioniert.